FALLEN AND MEANINGLESS...

...ist der Arbeitstitel einer Fotostrecke, deren Thema die bedeutungslos gewordenen Hinterlassenschaften

einer großflächigen Militarisierung Deutschlands sind.

In den verlassenen Kasernen auf dem Gebiet der ehemaligen DDR lassen sich noch heute Spuren

aus der Epoche des Kaiserreichs, über die Zeit der Naziherrschaft und der daraus resultierenden

sowjetischen Besatzungszeit festhalten.

Die Fotografien sind ein Auszug aus einem Projekt das seit 2008 bis heute bearbeitet wird.

Hauptwache der Kaserne des angrenzenden Flugplatzes Nohra bei Weimar

erbaut in den 30er Jahren und bis 1992 von den Streitkräften der sowjetischen Armee genutzt.

1992 wurde das Gelände von den Streitkräften GUS an die Landesentwicklungsgesellschaft

Thüringen übergeben und war weiterhin für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.

Ein Lenindenkmal auf der Hauptachse der Kaserne vor dem Stabsgebäude,

nach dem Abriss und der Renaturierung des Objektes wurde es saniert.

Ehrendenkmal zum Gedenken der im 2. Weltkrieg gefallenen sowjetischen Soldaten,

mit folgender Inschrift (sinngemäß).

"Unsterblich bleibt deine ehrenvolle Tat, unbekannter sowjetischer Soldat"

Detail des Ehrenmals mit der Darstellung unerschrockener sowjetischer Soldaten

im Kampf gegen den Faschismus während des 2. Weltkrieges.

Der Sowjetstern vor dem Ehrenmal war vermutlich mal mit einer Art ewiger Flamme versehen.

Eingang zum ehemaligen Stabsgebäude der Kaserne erbaut in den 30er Jahren.


Detail einer Wandzeitung im Stabsgebäude mit folgendem Inhalt.

"Am 10 Juni 1990 ist es 45 Jahre her der Gründung der Streitkräfte-Gruppe West.

Die Geschichte der SGW beginnt im 2. Weltkrieg in den Maitagen des Jahres 1945 als unsere

tapfere Armee siegreich den Faschismus zerstörten.

Am 5. Juni 1945 die Verantwortlichen der UdSSR, der USA, Englands und Frankreich deklarierten

gemeinsam die Niederlage Deutschlands.

Am 6. Juni Kommissariat des Sowjetvolkes der UdSSR gründete die sowjetische Administration

in Deutschland.

Der erste Kommandant wurde Marschall der Sowjetunion Georgi Konstatinowitsch Schukow."

Wandmalerei in einem Schulungsraum der hier stationierten Hubschrauberstaffel.


Eingang zu einem Mannschaftsquartier das Symbol über der Tür wurde durch einen

roten Stern ersetzt.

Schriftzug über dem Ausgang eines Bügel und Nähzimmers eines Mannschaftsquartiers.

"Vorbildliches äusserliches Auftreten ist deine Pflicht."

Beispielbilder für vorbildliches Aussehen in einem Näh und Bügelzimmer.

Für diejenigen Soldaten welche die russische Sprache nicht ausreichend beherrschten,

gab es die Regeln auch bebildert.

"So werden Knöpfe, Schulterstücken und Aufnäher korrekt angebracht."

"Regeln zur Vorbereitung des Schuhwerks."

Typische Bügelbretter in einem Näh- und Bügelzimmer eines Mannschaftsquartiers.

Fenster der Arrestzellen

Wandmalerei in einem Fitnessraum eines Mannschaftsquartiers.

"alles aus sich rausholen" - auf dem Weg zum ersten Platz im Dienste der Sowjetunion

Wandmalerei "Kämpferischer Sportsmann" und ein Poster von A. Schwarzenegger in einem

Fitnessraum.

Wandverzierung in einem Fitnessraum eines Mannschaftsquartiers.

"Stärke, Geschicklichkeit, Schönheit"

Bodybuilding war auch bei den jungen sowjetischen Soldaten hoch angesehen,

ganz im Zeitgeist der 80er und 90er Jahre.

Doch auch Nahkampftechniken wurden hier trainiert.

Eingang zu einem Mannschaftsquartier für Streitkräfte deren Familien mit in der

ehemaligen DDR stationiert waren.

Kalender von 1986 in der Küche eines Quartiers für Familien.

Zeichnung an der Wand eines Quartiers für Familien.

"Ich rede von Enten und du von Gänsen. (russ. Sprichwort)"

Zeichnung an der Wand eines Quartiers für Familien.

"Ehre mich! Mein Liebling"

Gegen Heimweh half das Kulturzimmer.

Gehacktes vom Schwein

Quartiere für Offiziere und höher gestellte Zivilangestellte


                                                     Wandmalereien in den Räumen der Ärzte für Kinder, die mit in der Kaserne untergebracht waren.

"Praxis Doktor Aibolit" (russ. Kindergeschichte)

Wandmalereien vom "Hase und Wolf" (russ. Comic) und dem Märchen "Die drei kleinen

Schweinchen" (Gebr. Grimm) beim Kinderarzt der Kaserne.

Zierbeleuchtung an der ehemaligen Hauptwache.




Eine Wache zum extra abgegrenzten Sperrbereich des Sonderwaffenlagers Lychen II.
Hier befanden sich zwei Bunkeranlagen für die Lagerung von Atomsprengköpfen.
Die Kapazität lag bei 160 Stück, die tatsächliche Anzahl der hier gelagerten
Massenvernichtungswaffen ist bis heute weiterhin unklar.



Auf der Hauptachse der Kaserne stand weithin sichtbar eine Stähle mit den Hoheitszeichen
der Sowjetunion.



Auf der anderen Seite wachte ein Konterfei W. I. Lenins über das streng bewachte Objekt.



Angegliedert war dem Sperrbereich ein grosser Garagenkomplex in dem ständig
einsatzbereite LKW`s mit Besatzung bereitstanden, um die in der Nähe stationierten
Raketentruppen der GSSD, aber auch die der NVA im Ernstfall mit den Atomsprengköpfen
zu versorgen.

                                                                                                                        Fotografien: T. Kappe

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